Geschichten vom Andersdenken

Wenn mich andere Menschen beeindrucken…

… muss ich einfach darüber schreiben. Vor einiger Zeit war bei uns Joey Kelly, ja, der von der Kelly-Family, bei uns in Peine zu Gast.

Für die Zeitung nahm ich diesen Termin wahr und war sowas von überrascht, dass es mich tief beeindruckt hat. Erst dachte ich “Och nöö, die Kellys. Die Musik möchte ich nicht und bei jedem Kelly-Witz war ich voll und ganz dabei.” Joey Kelly ist mir in den letzten Jahren natürlich durch seine sportlichen Aktivitäten aufgefallen, aber näher mit diesem Menschen beschäftigt habe ich mich noch nie. Naja, und dann stand er vor mir und war von der ersten Sekunde an unheimlich sympathisch.

Starallüren? Fehlanzeige. Zehn Minuten war er zu früh da und ging sofort mit dem Publikum auf Tuchfühlung. Lockere Sprüche, Hände schütteln. Da war ein Mensch – ein recht bekannter Mensch – hautnah und zum Anfassen. Und dann ging er los, sein Vortrag, der mich noch Stunden, ja Tage, später beschäftigen sollte. Zu Gast in Peine war er bei der Firma Klawita, die eine neue Markisenausstellung in ihren Räumlichkeiten haben und von dessen Hersteller der Herr Kelly der Markenbotschafter ist. Doch es handelte sich keineswegs um eine Werbeveranstaltung. Allein der Titel des Vortrags “No limits – Hysterie des Körpers” lies anderes vermuten. Und so war es dann auch…

…. da nimmt der Herr Kelly erstmal sich und die Kelly Family auf die Schippe

Wir waren ja immer mit einem Doppeldeckerbus unterwegs und der fuhr nur 62 km/h. Auch auf der Autobahn war die Kelly-Familiy nicht beliebt!

Das muss man erstmal bringen. Zumindest hatte er so das Publikum gleich auf seiner Seite. Weiter berichtete er über die sportlichen Dinge in seinem Leben. Bekannt ist Joey Kelly ja dafür, dass er verrückte sportliche Herausforderungen liebt. Da rennt er schon mal 24 Stunden gegen eine Rolltreppe an, surft 24 Stunden lang oder rennt 24 Stunden auf einem Laufband. Immer für den guten Zweck. Immer um anderen, denen es nicht so gut geht, zu helfen. Und immer wieder – ja, fast schon total nebenbei – lässt er Bemerkungen fallen, die einem im Kopf bleiben.

Bekannt ist ja, dass die Kelly-Family als Straßenmusiker angefangen haben. In diesem Zusammenhang sagte er “Der Hut lügt nicht”. Also das was an Geld im Hut ist, sagt dir ob du gut bist. Das kann auf so viele andere Bereiche umgemünzt werden. Ist bei Geschäftsleuten ja nicht anders. Mein Kontostand sagt mir auch ob ich in meinem Job gut bin oder nicht. (Das dieser immer zum Heulen ist, liegt eher an mir. Beste Erkenntnis des Tages!) Er sagt an dieser Stelle des Vortrags auch: “Mit der Familie auf der Straße zu arbeiten ist hart. Doch mit einem Ziel und mit einer unglaublichen Ausdauer schafft man auch das”. Ausdauer ist hier wohl das Stichwort. Ausdauer braucht es bei seinen sportlichen Aktivitäten, aber auch in vielen anderen Bereichen im Leben. Und das unterstreicht der Kelly zigfach, aber nie hat es genervt und nie fühlte ich mich belehrt. Ich musste ihm einfach recht geben. Es ging in den Kopf und während ich ihm da so zuhörte, dachte ich ständig: ja Ausdauer, davon könnte ich auch ein Päckchen mehr gebrauchen.

Kelly fordert das Publikum auf:

Kämpft. Geht raus aus der Komfortzone. Lebt. Dann erreicht ihr auch was!

Oh Mann. Schon wieder muss ich ihm Recht geben. Man ist doch ganz schön bequem in seinem Leben. Zumindest geht es mir so. Immer schön im Hamsterrad laufen, sich darüber beklagen, dann aber zu faul sein etwas zu ändern. Immerhin hat man es ja selbst in der Hand. Eine Erkenntnis die irgendwie schmerzt. Eine weitere seiner Erfolgsformeln, wie er das selbst beschreibt, ist:

Mehr geben als nehmen!

Auch da ist meiner Meinung nach was dran. Im Alltag geht dieser Gedanke oft unter. Jeder denkt nur an sich, keiner gibt mehr als er nimmt. Auch ich nicht.

Am meisten beeindruckt jedoch hat mich die Geschichte wie er überhaupt zum Ultrasport gekommen ist. Er erzählte, dass seine Schwester einen Triathlon absolvieren wollte und er sich dachte: wenn die das schafft, schafft ich das OHNE Training. Er startete, seine Schwester im übrigen nicht, das Feld war schneller, er ging beim Schwimmen unter, ist zurück geschwommen. Wollte aufgeben. Dachte sich dann aber: geben Gewinner auf? Nein. Er brachte den Triathlon zuende und schwor sich “so einen Schwachsinn mache ich nie wieder”: Drei Tage später kamen aber ganz andere Gedanken: “WOW. Ich habe das geschafft. Ausdauersport. Das wäre doch der beste Ausgleich zum Leben auf der Bühne.” Und so trainierte Joey Kelly in der Nacht, nach den Konzerten. “Ich kenne jede Stadt bei Nacht”, sagte er. Und weiter “Ich hatte ein Ziel und einen Traum.”

Es braucht Disziplin, Mut und Leidenschaft um erfolgreich zu sein!

Sein Schlusssatz:

Ich arbeite und lebe nicht ohne Ziele!

Und dieser Schlusssatz, der hat bei mir eingeschlagen wie eine Bombe. Ich habe schon das ein oder andere Motivationsseminar mitgemacht. Lese gerne auch mal entsprechende Ratgeber, um mir neue Ideen zu holen. Doch nur dieser eine Satz hat mir vor Augen geführt, was mir fehlt: ein echtes Ziel. Eines das ich erreichen kann. Das mir etwas bedeutet und für das ich auch Schweiß und Tränen in Kauf nehme. Nein, ich werde jetzt nicht beim nächsten Marathon starten, dafür bin ich viel zu faul. Aber diese Sprüche und Ratschläge kann man auf tausende Alltagssituationen beziehen und ich beziehe es einfach mal auf meine persönliche Situation. Ich springe jetzt nicht mehr zwischen einer Idee zur anderen, sondern beweise AUSDAUER und bringe endlich mal was zu Ende. Ich dümpel nicht mehr so vor mich hin und beschwere mich über meine Situation. Ich gebe mich nicht mehr damit zufrieden was ich habe, sondern strebe nach dem was ich haben möchte, mit dem Wissen im Gepäck, dass ich das auch wirklich erreichen kann. Danke Joey Kelly für´s Augen öffnen!!!!!

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