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Sorry we´re closed – Einzelhandelssterben in Peine

Ein weiteres Geschäft in Peine schließt, das Schuhhaus Rose. Und wieder wird deutlich dem Verbraucher die Schuld gegeben. Woanders liefen die Geschäfte, nur eben der Peiner, der geht lieber woanders hin. Ein anderes Schuhhaus meinte, der Ton der Kundschaft hätte sich sehr verändert.

Sicher ein Trend, der nicht zu leugnen ist. In Peine einkaufen zu gehen und das zu bekommen, was man möchte, ist schon eine besondere Herausforderung.

Es kommt jedoch mein ABER: ich fühle mich in vielen Geschäften in Peine nicht willkommen. Von einem herausgepressten „Guten Tag“ – wenn es denn überhaupt kommt, über ein wenig ehrliches „Kann ich Ihnen helfen?“ (Nein, mir ist nicht mehr zu helfen), bis hin zu einem fehlenden „Danke und einen schönen Tag noch“ – fühle ich mich oft als Störfaktor.

Von fehlenden netten Kleinigkeiten, die einen Einkauf doch zu einem positiven Erlebnis werden lassen – selbst wenn man nichts gefunden hat, einmal abgesehen, werden private Telefonate vor dem Kunden geführt, der natürlich zu warten hat. Da wird bei einem direkten Kundenwunsch gesagt „Haben wir nicht, müssen Sie im Internet kaufen“, da steht man gefühlte Ewigkeiten an der Kasse, weil die Regale erst eingeräumt werden müssen. Da kommt man mit einem Kinderwagen nicht durch ein Kinderbekleidungsgeschäft, weil die Gänge so vollgestopft sind.

Zum Glück gibt es auch andere Geschäfte. Stores, in denen das Einkaufen Spaß macht, weil das Personal einen kennt – ein riesen Vorteil in einer Stadt wie Peine, den man nutzen sollte. Weil man ein bisschen Small Talk machen kann. Weil das Personal sich selbst in dieser ungerechten Welt nicht leid tut und weil das Personal Spaß an dem hat, was es da tut. Leider gibt es viel zu wenige davon.

Ich komme ursprünglich selbst aus dem Einzelhandel, weiß also wovon ich rede. Ich habe es mir damals täglich zur Herausforderung gemacht, mindestens einen “Scheiß-Kunden” zum Lachen zu bringen. Mein Chef damals hatte ein Schild im Packraum aufgehängt „Jeder Kunde ist Ihr Arbeitgeber“ – ein Spruch der mich sehr geprägt hat und nach dem ich bis heute lebe und arbeite. Vielleicht ein Denkanstoß….?

 

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