Geschichten vom Andersdenken

Ich esse gern, aber da war noch die Sache mit dem Kochen

Ich bekenne: ich bin ein ausgesprochenes Schleckermaul. Es fällt mir schwer an Kuchen vorbei zu gehen, mindestens einmal in der Woche brauche ich einen Burger, Pizza muss auch regelmäßig auf dem Plan stehen, Nudeln, ein saftiges Steak. Ich liebe Grünkohl, Grillen und Carpaccio. Nur ein Problem ergibt sich immer wieder dabei: ich kann nicht kochen.

Daher liest sich mein Speiseplan auch wie eine Stadttour. Denn alles bekomme ich von anderen vorgesetzt, na und wenn es gar nicht anders geht, steht mein Mann eben am Herd. Der hat das nämlich kapiert, die Sache mit dem Kochen. Im Gegensatz zu mir. Meist stehe ich völlig überfordert vor einem leeren Topf und …

….einem leeren Kühlschrank. In dem springen mich nämlich meist nur Reste an.

Gähnende Leere im Kühlschrank – oder Reste, die sowieso niemand mag

Ich bin eigentlich immer froh, wenn etwas vom Vortag über bleibt und ich es nur noch aufwärmen muss. Ja ich gebe zu: ich kann einfach nicht kochen. Zwar versucht man was zu zaubern, allein schon damit der Nachwuchs etwas gescheites zu essen bekommt, aber mein Hobby wird das bestimmt nicht. Ich gehe lieber essen. Lasse mich von vorn bis hinten bedienen, gebe mich dem süßen Nichtstun (und Nichtkochen) hin, lasse die leckersten Dinge auf der Zunge zergehen und probiere auch gern mal was Neues (außer Insekten, bäh).

Na und dann stolperte ich neulich nichtsahnend über einen Artikel in der BRIGITTE WOMAN 11/14. “Vom Glück des Mittagessens” – ja, Glück haben meine Leute auch, wenn mal nichts angebranntes oder völlig geschmacksneutrales auf den Tisch kommt. Doch es geht in dem Artikel nicht um Tipps für ein leckeres Mittagessen. Es geht um Eschi Fiege aus Wien, die zweimal in der Woche Gäste aus aller Welt zum Mittagstisch einlädt. Immer wenn an ihrem Balkon am Wiener Naschmarkt (na, wie treffend) die rot-weiß-karierte Tischdecke gehisst ist, wissen Insider bescheid und reißen sich um die Plätze. Ja, wie geil ist das denn?

Quelle: Brigitte Woman 11/14

Sofort würde ich dort zum Essen einkehren, denn den warmen gedeckten Apfelkuchen, von dem im Artikel die Rede ist, mag ich mir nur ungerne entgehen lassen. Jede Mittwoch und Donnerstag lädt die Wienerin ein. Also ich hätte da am kommenden Mittwoch noch nichts vor. Diese Leidenschaft, die da rüber kommt, ist beeindruckend. Einfach so für Fremde kochen. Fantastisch. Ich koche nicht mal für meine Lieben gerne und bewundere daher jeden, der mit Kochtopf, Kochlöffel und den vielen Leckereien, die es so gibt, umgehen kann.

Seitdem ich diesen Artikel gelesen habe, halte ich immer nach rot-weiß-karierten Tischdecken Ausschau. Aber hier in Peine scheint noch niemand auf diese grandiose Idee gekommen zu sein. Schade eigentlich. Ich wäre bestimmt Dauergast. Na und weil die Eschi vom Kochen gar nicht genug bekommen kann, hat sie auch noch ein Buch geschrieben. In “Mittagstisch – Leidenschaftlich vegetarisch” präsentiert sie ein “fröhlich-optimistische, urban-genießerische vegetarische Küche”. Bei so viel Leidenschaft für´s Kochen verzeihe ich sogar diese “Essbehinderung”, wie eine Bekannte von mir Vegetarier gerne mal beschreibt. Ich bin begeistert!!!!

… und auch heute hat es mal wieder nur für eine Tour zum “Fenster” gereicht…

 

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