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Fridays for future – alles sinnlos?

Heute war ich zum dritten Mal bei der Peiner Fridays for future Demo. Und was mich dabei so richtig auf die Palme bringt, sind kopfschüttelnde Menschen am Straßenrand und noch mehr die sinnbefreiten Kommentare auf Facebook.

Spricht da der Neid?

Viele regen sich darüber auf, dass Mama die Kids hinterher mit dem SUV abholt. Spricht da etwa der Neid? Als ob die Kids entscheiden könnten, welches Auto zu Hause angeschafft wird? Wäre es hier nicht angebrachter von Erwachsenen dafür zu sorgen, dass der öffentliche Nahverkehr besser wird, das Fahrgemeinschaften gebildet werden?

Schule schwänzen – das geht doch nicht, oder doch?

Aufreger gibt es genug auch darüber, dass die Schule geschwänzt wird. Mal ganz davon abgesehen, dass Proteste in der Freizeit nicht ganz so viel Aufmerksam bringen – was soll das? Es fällt so viel Unterricht aus. Wo sind denn hier die ganzen Kommentatoren? Warum gehen die nicht für eine 100-prozentige Unterrichtsversorgung auf die Straße, wenn es doch so wichtig ist? Bei der ersten Demo sagte ein Vater zu mir “Meine Tochter lernt hier mehr als in sechs Stunden Schule!” Ganz meine Meinung.

Wieder andere sind der Meinung, dass jeden Freitag demonstrieren zu viel ist. Hä???? Was rauchen die? Wen sehen die jeden Freitag?

Und dann der ganze Müll….

Dann sitzen die Muttis zu Hause und kommentieren “Na du musst dir das mal hinterher anschauen. Wie das aussieht. Der ganze Müll.” Also ich habe keinen Müll gesehen, der dort weggeworfen wird. Ein Schüler aus der Truppe machte sogar einen am Straßenrand stehenden Typen darauf aufmerksam, dass dort ein Mülleimer ist. Der wollte nämlich gerade seinen Müll einfach in die Gosse werfen. Es erschließt sich mir einfach nicht, wie man Dinge behaupten kann, ohne da gewesen zu sein?

Was bringt eine Demo?

Ein User fragt, was denn so eine Demo bringen würde? Hui, ganz viel. Sinn ist es doch auf ein Thema, auf eine Situation, auf einen Missstand aufmerksam zu machen. Und das gelingt den Jugendlichen auf eine spezielle Art und Weise. Denn ich fühlte mich ertappt. Auch ich habe mich bislang wenig um die Umwelt gekümmert. Ich habe den Müll getrennt. Das war es aber auch schon. Ich fühle mich erwischt, angeklagt. Mir wird mein Fehlverhalten vor Augen geführt. Und das ist mir peinlich. Ich denke, dass es vielen so geht. Vielleicht auch genau denen, die jetzt in den sozialen Medien herumstänkern. Man kann sich doch von solchen Heranwachsenden nicht sagen lassen, dass man versagt hat. Das geht einfach nicht.

DOCH das geht

Und es ist gut so und es ist verdammt noch mal an der Zeit sich zu ändern. Es sind die Kleinigkeiten im Alltag, die schon viel helfen würden. Fahrrad statt Auto. Jutesack statt Plastiktüte, Müll in Mülleimer werfen, second hand statt immer neu…. nur um einige Beispiele zu nennen. Und weil es hier gerade so schön passt möchte ich auf die Aktion der PAZ hinweisen #esistunsernst – hier können Jugendliche ihre Ideen zum Schutz des Klimas veröffentlichen und ich wäre begeistert viele weitere Inspirationen zu bekommen, wie ich etwas gut machen kann, was ich in der Vergangenheit verpennt habe. Noch ist es nicht zu spät und es steht auch eines fest: wir können uns die Welt nicht schöner meckern. Wir müssen schon unseren Hintern hochbekommen und aktiv werden.

In diesem Sinne, save the world…. Eure Kathrin Bolte

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