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BOLTEschreibt: an Sabine Fäth, Chefredakteurin der “Für Sie”

Weiter geht es. Heute an Sabine Fäth, Chefredakteurin der “Für Sie”. In der Ausgabe 23/2014 schreibt Sie einen Brief über den Einzug des Herbstes. Das öffnete mir die Augen. Wie schon Herbst?

Ja klar, bei 25 Grad im Oktober auf der Terrasse sitzen, kühle Getränke schlürfen und ein gutes Buch lesen brachte mich nicht wirklich auf die Idee, dass die bunte Jahreszeit schon angefangen hatte. Deshalb…

Hallo Frau Fäth,

in der “Für Sie” Nr.23/2014 schreiben Sie, dass bei Ihnen der Herbst eingezogen ist. Mit glänzenden Kastanien, mit orangefarbenen Lampionblüten und opulenten Hagebuttenzweigen. Sie kommen im Herbst zur Ruhe, genießen wieder. Ach wie schön, das haben Sie sich sicher verdient. Aber da ist was dran.

Ich als ausgesprochene Leseratte merke, dass ich gerade im Herbst viel mehr lese als im Rest des Jahres. Weiter habe ich bemerkt, dass ich viel lieber mit einer guten Tasse Tee und meiner Kuscheldecke zum Anziehen zu Hause bleibe, anstatt immer auf Jück zu sein. Blöd nur, dass ich mich immer nicht auf mein Buch konzentrieren kann, wenn der Regen an die Scheiben prasselt. Unser Wohnzimmer ist unter dem Dach gelegen und das macht ordentlich Radau.

Immer wenn ich mir den Herbst in die Wohnung holen möchte, endet das in einer mittelschweren Katastrophe. Ich habe beispielsweise einen tollen Kerzenleuchter,

den man je nach Jahreszeit wunderbar schmücken kann. Im letzten Jahr entschied ich mich auch für Kastanien. Leider schimmelten die und es stank gewaltig. Da kamen auch die besten Duftkerzen nicht mehr gegen an. Gar nicht davon zu reden wie lange ich brauchte, bis das Glas wieder einigermaßen sauber war.

Dann stellte ich schon mal ein schönes Herbstgesteck vor die Haustür. Schließlich sollten sich meine Besucher gleich am Eingang an den schillernden Herbstfarben erfreuen. Gefreut hat sich auch ein weiterer Haushalt, der genau das identische Gesteck erhalten hatte. Blöd nur, dass es meines war. Merke: schöne Deko direkt an der Hauptstraße – ohne dickes Kettenschloss – vergiß´ es.

Danken möchte ich Ihnen noch für die wunderbaren Kuchenrezepte. Einen ähnlichen Käsekuchen, allerdings mit Heidelbeeren (Rezept aus der “Für Sie” 12/2014) anstatt Rosinen, durfte ich kürzlich schon mal bei einer lieben Freundin in Frankfurt genießen (ihr Mann fliegt häufig und entscheidet sich im Flieger eher für Frauenmagazine anstatt den “Stern” – das sei lustiger, hab ich mir sagen lassen – und dann backt er auch noch die Rezepte nach. Ja, manche haben Glück.) Ich durfte das Rezept selbst nachbacken und es war einfach ein Herbsttraum. Hmmmm!!!!

Eigentlich schaffe ich es auch äußerst selten, die Wohnung entsprechend herbstlich zu dekorieren. Irgendwie rutscht mir der Herbst immer durch. Da hat man gestern noch im Bikini in der Sonne gelegen und heute muss man dicke Rollkragenpullis durch die Wäsche jagen. Die Zeit dazwischen, hm, wo war die nochmal hin? Dabei muss ich Ihnen recht geben: “diese prächtigen Herbsttöne sind wirklich ein Ersatz-Doping für die trüben Tage”, wie Sie es so treffend formuliert haben. Und deshalb habe ich heute nicht nur einen vorgezogenen Frühjahrsputz gemacht, sondern auch endlich mal die Herbstdeko aus ihrem Verließ im Keller befreit.

Danke für diesen Gedankenanstoß, mein Gemüt dankt es Ihnen, denn plötzlich ist meine Welt nicht mehr grau in grau. Ich stecke mitten im orange-rotbraun-Indien-Summer-Feeling und es tut richtig gut.

Es grüßt Kathrin Bolte

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